3. BAUETAPPE

Der Hof ist das Wahrzeichen der Stadt Wil und ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Es ist ein herrschaftlicher und prächtiger Bau mit gut 800 Jahren Geschichte, welche sowohl Stadt, Region wie auch Kanton geprägt haben.

Nun steht der dritte und abschliessende Sanierungsabschnitt der jüngsten Erneuerungsphase vor der Tür. Es geht um die noch grösstenteils brach liegenden und stark sanierungsbedürftigen oberen Stockwerke, den Dachstock, die Dienerschaftskapelle und das Haus Roter Gatter. Nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Umbauetappen mit den Schwerpunkten «Gastronomie» (1996 bis 1998) und «Bibliothek» (2007 bis 2010) wird nun das «Hofmuseum» einen zentralen, jedoch nicht alleinigen Schwerpunkt ausmachen.

Durch die zweite Bauetappe mit der neuen Erschliessung über das Turmgeviert und dem Einbau der Stadtbibliothek im ehemaligen Brauhaus wurde der Hof weiter belebt und zum Begegnungsort verschiedener Generationen. Diese erreichte Frequentierung und Belebung soll weiter gestärkt und ausgebaut werden, indem auch für die noch nicht oder nur temporär belegten Räumlichkeiten Nutzungen definiert und gefördert werden, welche sich stimmig ins Gesamtbild des Hofs integrieren und langfristig tragfähig bleiben.

Im künftigen Hof zu Wil wird man sich aus den unterschiedlichsten Gründen treffen: bei der Arbeit oder an Veranstaltungen, wegen einer Sitzung, einem Museumsbesuch oder an einem Fest, bei der Umsetzung eigener Projekte oder zum inspirierenden Stöbern in Büchern. Es wird ein lebendiger Betrieb herrschen. Das zukünftige Leben im Hof kann aufgrund der Vorlaufzeiten für ein Bauprojekt in einer Zwischennutzung, der so genannten Hofzeit experimentell entwickelt werden. Dank diesen «Probeläufen» können verschiedene Nutzungsideen ausgetestet werden.

Der Hof zu Wil steht in der Zwischenzeit nicht leer. Unter der Leitung von Kulturmanager Jacques Erlanger wird der Hof experimentell zwischengenutzt. Dank «Probeläufen» können verschiedene Nutzungsideen ausgetestet werden. Diese «Hofzeit» dient als Inspiration für einen lebendigen Hofbetrieb nach der Sanierung. Dabei entsteht Raum für unkonventionelle Ideen. Alle Informationen dazu gibt es auf www.hofzeit.ch.

2017 startete die Zwischennutzung, um die sanierten Räume weiter zu beleben und auch die noch unsanierten Räume zugänglich zu machen und ihr Potential auszuloten. Sämtliche Räume, die entsprechend der Veranstaltungsidee gefahrlos genutzt werden können, stehen zur Verfügung.

Haben Sie respektive hast auch Du eine Idee für einen privaten Anlass oder eine öffentliche Veranstaltung im Hof? Dann melden Sie sich respektive dann melde Dich bei der Leitung Zwischennutzung, Jacques Erlanger: zwischennutzung(at)hofzuwil.ch

 

Nutzungskonzept

Das Nutzungskonzept beschreibt die Gesamtnutzung des Hofs zu Wil. Es berücksichtigt die bereits renovierten und aktiv genutzten sowie die noch brach liegenden Bereiche des Gebäudes. Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit «Hof-nahen» Personen erarbeitet und stützt sich auf deren Beobachtungen und Bedürfnisse. Es bildet die Basis für die nachfolgende bauliche und betriebliche Planung und Umsetzung.

Diese erreichte Frequentierung und Belebung durch die Gastronomie und Bibliothek soll weiter gestärkt und ausgebaut werden, indem auch für die noch nicht oder nur temporär belegten Räumlichkeiten Nutzungen definiert werden, welche sich stimmig ins Gesamtbild des Hofs integrieren und langfristig tragfähig bleiben. Es wird ein lebendiger Betrieb herrschen – zu allen Tages- und Nachtzeiten und ganz im Sinne des Zweckartikels der Stiftung Hof zu Wil: «Die Stiftung hat den Zweck, durch den Kauf des Hofes und die etappenweise Verbesserung seiner Bausubstanz die Anlage in ihrem historischen Bestand für die Öffentlichkeit zu erhalten. Sie betreibt den Hof als lebendigen Treffpunkt. Zu diesem Zweck entfaltet und fördert die Stiftung in ihren Räumlichkeiten gesellschaftliche, kulturelle und weiterbildende Aktivitäten, führt einen Restaurationsbetrieb, ermöglicht den Betrieb eines Museums und überlässt Dritten geeignete Räume zur Gewerbe- und Wohnnutzung.»

Vorgehen: Die Bevölkerung von Wil hat sich in jüngster Zeit mehrfach positiv zu ihrem Hof bekannt und die Sanierungsphasen möglich gemacht. Diese Unterstützung hat aber auch mannigfaltige Erwartungen und Wünsche ausgelöst. Daher verlangt nicht nur die historische Bausubstanz einen sensiblen Umgang, auch die breit gefächerten Ansprüche erfordern einen frühen und bewussten Einbezug von Interessengruppen.

In intensiven Arbeitssitzungen konnten „Grundhaltungen“ und konkrete Nutzungsideen diskutiert, hinterfragt, vorformuliert und gewichtet werden. Einzelne Stiftungsratsmitglieder, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wil, diverse Wiler Institutionen bzw. Vereine sowie externe Institutionen und Büros setzten sich ambitioniert mit der Zukunft des Hofs auseinander. Die in Stichworten gesammelten Resultate der Bedürfnisabklärung und Workshop-Reihe sind im Anhang des Nutzungskonzepts zusammengefasst.

 

Nächster Projektschritt

Das Vorprojekt, dass durch das Architekturbüro Thomas K. Keller ausgearbeitet wurde, gibt Antworten auf die Anforderungen der Studie „Grundlagen Nutzung und Machbarkeit“, mit vertiefter architektonischer Prüfung inklusive der Schätzung der zu erwartenden Baukosten. Als nächste Phase erfolgt die Erarbeitung des Detailprojektes. Hierzu liegt dem Stadtrat untenstehender Antrag vor. Der Entscheid wird voraussichtlich im Februar 2019 vorliegen.

 

Bericht und Antrag des Stadtrates

Dokumentation des Vorprojektes

Übersichtspläne Vorprojekt Konzept

Mehr Infos zur Stiftung Hof zu Wil und zur dritten Sanierungsetappe gibt es unter www.hofzuwil.ch.